Förder.Navi

Photovoltaikanlagen

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Photovoltaik

Fördergegenstand und -bedingungen

Für neue Anlagen < 100 kW

  • Einspeisevergütung (siehe Abschnitt Förderhöhe) für 20 Jahre inkl. Jahr der Inbetriebnahme (anteilig) garantiert

Für neue Anlagen > 100 kW

  • Pflicht zur Direktvermarktung (selbstständig oder durch Dritte): gleitende Marktprämie = Differenz zwischen Börsenstrompreis (Monatsmarktwert) und Höhe der jeweils gültigen Einspeisevergütung
  • Pflicht zur Fernsteuerbarkeit über Smart-Meter (Übergangsfristen)

Grundsätzlich gilt

  • Mitteilungspflichten gegenüber Netzbetreiber
  • Pflicht zur Eintragung in das Anlagenregister der Bundesnetzagentur, bei Nichterfüllung verringert sich die Vergütung um 20%
  • Pflicht zum Einbau technischer Einrichtungen in PV-Anlage zur Einspeisemanagementteilnahme
  • mehrere Anlagen gelten als eine Anlage wenn sie sich auf demselben Grundstück, Gebäude, Betriebsgelände oder sonst in unmittelbarer räumlicher Nähe befinden und innerhalb von 12 aufeinanderfolgenden Monaten in Betrieb gingen. Dies ist relevant für die Art der Vergütung (Einspeisevergütung, Marktprämie, Ausschreibung) und die damit einhergehenden Pflichten
  • zugleich ist jedes Modul als eine Anlage zu sehen. Nach dem Inbetriebnahmedatum des einzelnen Moduls bestimmt sich die Höhe der Vergütung

Für neue Anlagen > 750 kW (Freifläche und Aufdach)

  • der Förderanspruch sowie die Höhe der Vergütung wird über Ausschreibungen (pay-as-bid-Verfahren) bestimmt
  • 3 Termine mit je 200 MW Ausschreibungsvolumen: 1. Februar, 1. Juni und 1. Oktober
  • Höchstgebotwert je Ausschreibungsrunde und weitere Details werden durch die Bundesnetzagentur veröffentlicht
  • Präqualifikationsvoraussetzungen: Erstsicherheit in Höhe von 5 € / kWh, Zweitsicherheit nach Bezuschlagung 25 bzw. 50 € / kWh
  • keine Eigenversorgung möglich, der gesamte Strom muss ins Netz gespeist werden
  • maximale Anlagengröße je Projekt: 10 MW

Für Bestandsanlagen

  • für Anlagen die vor dem 1. August 2014 in Betrieb genommen wurden, gilt grundsätzlich weiterhin das EEG 2014 (siehe hierzu den Blog ErneuerbareEnergien.NRW)
  • Ausnahmen, bei denen das aktuelle EEG gilt:
    • Neuregelung zum Anlagenbegriff, auch bereits rückwirkend bei der Jahresendabrechnung 2016
    • abgemilderte Sanktionen für versäumte Meldungen bei der BNetzA
  • Förderanspruch gegenüber dem Netzbetreiber: entweder Marktprämie bei Direktvermarktung oder Einspeisevergütung; Vermarktungsformen können jederzeit gewechselt werden (Stichtag beachten)

Bei Eigenversorgung

  • "Eigenversorgung" setzt Personenidentität von Anlagenbetreiber und Stromverbraucher voraus
  • anteilige Höhe der EEG-Umlage ab 2017: 40 %
  • 100 % EEG-Umlage, wenn die Meldeplicht nach § 74 EEG nicht erfüllt wird
  • EEG-Umlage muss zunächst an die Übertragungsnetzbetreiber entrichtet werden
  • Keine EEG-Umlage bei:
    • Anlagen mit einer Leistung bis 10 kWp und bis zu 10 MWh Eigenstromverbrauch pro Jahr (bei Mehrverbrauch wird EEG-Umlage für den Verbrauchsanteil über 10 MWh fällig)
    • Stromeigenverbrauch von Kraftwerken
    • Eigenversorgern, deren Stromerzeugungsanlage weder mittel- noch unmittelbar an ein Netz angeschlossen sind
    • Eigenversorgern die sich selbst vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen und für den Strom aus der Anlage, der nicht selbst verbraucht wird, keine EEG-Vergütung in Anspruch nehmen
    • Bestandsanlagen, mit denen bereits vor dem 1. August 2014 Eigenversorgung betrieben wurde, bleiben von der Umlage befreit, außer:
      • sie werden nach dem 1. Januar 2018 erneuert oder ersetzt (in diesem Fall werden sie mit 20 % der EEG-Umlage belastet),
      • sie werden ab dem 1. Januar 2018 erweitert (Bestandsschutz entfällt komplett)

Das Gesamtausbauziel für Photovoltaik liegt bei 52 GW (§ 31 EEG): ist dies erreicht, erhalten neue Anlagen keine Vergütung mehr. Der Einspeisevorrang bleibt aber gesichert

Förderhöhe

A. Vergütungssätze für PV-Anlagen in der festen Einspeisevergütung OHNE geförderte Direktvermarktung (§ 53 Abs. 2 EEG)

Inbetriebnahme Anlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden sonstige Anlagen
  bis 10 kWp > 10 bis 40 kWp > 40 bis 100 kWp bis 100 kWp
ab 01.04.2019* 11,11 Ct/kWh 10,81 Ct/kWh 8,50 Ct/kWh 7,68 Ct/kWh
ab 01.05.2019** 10,95 Ct/kWh 10,65 Ct/kWh 8,38 Ct/kWh 7,57 Ct/kWh
ab 01.06.2019** 10,79 Ct/kWh 10,50 Ct/kWh 8,25 Ct/kWh 7,45 Ct/kWh
ab 01.07.2019** 10,64 Ct/kWh 10,34 Ct/kWh 8,13 Ct/kWh 7,34 Ct/kWh

*) nach § 48 EEG 2017 abzüglich 0,4 Cent/kWh nach § 53 Abs 2 EEG 2017
**) Degessionsberechnung nach § 49 EEG 2017 (anzulegender Wert -0,4 Cent § 53 EEG 2017)

B. Vergütungssätze für PV-Anlagen in der geförderten Direktvermarktung (Marktprämienmodell) (§49 EEG)

Inbetriebnahme Anlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden sonstige Anlagen
  bis 10 kWp > 10 bis 40 kWp > 40 kWp bis 750 kWp bis 750 kWp
ab 01.04.2019* 11,51 Ct/kWh 11,21 Ct/kWh 8,90 Ct/kWh 8,08 Ct/kWh
ab 01.05.2019** 11,35 Ct/kWh 11,05 Ct/kWh 8,78 Ct/kWh

7,97 Ct/kWh

ab 01.06.2019** 11,19 Ct/kWh 10,90 Ct/kWh 8,65 Ct/kWh 7,85 Ct/kWh
ab 01.07.2019** 11,04 Ct/kWh 10,74 Ct/kWh 8,53 Ct/kWh 7,74 Ct/kWh

*) anzulegender Wert nach § 48 EEG 2017
**) Degessionsberechnung nach § 49 EEG 2017
Fördersätze sind netto angegeben (ohne USt, gerundet).

Weitere Informationen

Artikel "EEG 2017: die wichtigsten Änderungen"

http://bit.ly/2w7DvyU

Aktuelle EEG-Vergütungssätze

http://bit.ly/2TFxnsk

Text des EEG

http://bit.ly/2wkLOHz